Vogel des Jahres
Seit 1971 küren NABU und LBV jedes Jahr einen Vogel des Jahres – seit 2021 darf ganz Deutschland mitwählen. Hier sind alle, vom Wanderfalken bis heute. Einige davon gibt es als Holzbild.
- Jahresvögel
- 57
- davon als Holzbild
- 3
2020er 8 Vögel
2027 Mehlschwalbe auch 1974 Neu
Die Mehlschwalbe mauert ihr Nest aus Lehmkügelchen, meist dicht unter der Dachkante, oft mehrere Nester nebeneinander. Genau das wird ihr zum Verhängnis: Nester werden an Häusern entfernt, und mit den Insekten schwindet ihr Futter. 2027 ist sie zum zweiten Mal nach 1974 Vogel des Jahres, gewählt in einer öffentlichen Abstimmung.
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2026 Rebhuhn auch 1991
Das Rebhuhn lebt am Boden, zwischen Feldern, Hecken, Feldrainen und Brachen – genau die Ränder, die in vielen Agrarlandschaften verschwunden sind. In Deutschland brüten nur noch etwa 50.000 Paare. Bei der Wahl zum Vogel des Jahres 2026 bekam es 44,5 Prozent der Stimmen; schon 1991 war es Vogel des Jahres.
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2025 Hausrotschwanz
Der Hausrotschwanz war ursprünglich ein Vogel steiler Felswände im Gebirge. Heute brütet er in Spalten und Löchern an Hausfassaden, unter Dachvorsprüngen und Brücken – in Dörfern, Weinbergen, Industriegebieten und Städten. Bei der Wahl zum Vogel des Jahres 2025 bekam er 30,2 Prozent der Stimmen. Sein Motto „Mut zur Lücke“: Sanierungen verschließen viele seiner Nischen, und mit den Insekten schwindet sein Futter.
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2024 Kiebitz auch 1996
Der Kiebitz brütet am Boden in offenem, flachem Land – auf Wiesen und Weiden, an Gewässerrändern, auf Feuchtwiesen und in Mooren. Entwässerung und der Verlust feuchter Wiesen haben seine Bestände stark schrumpfen lassen, auf der Roten Liste gilt er als stark gefährdet. 2024 wurde er mit 27,8 Prozent der Stimmen gewählt, zum zweiten Mal nach 1996. Wieder vernässte Wiesen und Moore könnten seinen Rückgang aufhalten.
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2023 Braunkehlchen auch 1987
Das Braunkehlchen lebt auf feuchten Wiesen, Brachen und an Feldrändern. Einzelne Büsche, hohe Stauden und Zaunpfähle dienen ihm als Warte, sein Nest versteckt es in einer Mulde im hohen Gras. Fast überall in Europa steht es auf der Roten Liste, in Deutschland brüten nur noch 19.500 bis 35.000 Paare. 2023 gewann es die öffentliche Wahl zum Vogel des Jahres – wie schon einmal 1987.
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2022 Wiedehopf auch 1976
Mit aufrichtbarer Federhaube, langem gebogenem Schnabel und schwarz-weiß gebänderten Flügeln ist der Wiedehopf kaum zu verwechseln. Er braucht warme, offene und insektenreiche Landschaften, etwa am Kaiserstuhl, in Rheinhessen oder in der Lausitz. In Deutschland brüten nur 800 bis 950 Paare. 2022 gewann er die Wahl mit 31,9 Prozent, unter dem Motto „Gift ist keine Lösung“ – viele Insekten überleben nur, wo keine Pestizide gespritzt werden.
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2021 Rotkehlchen auch 1992
Das Rotkehlchen beginnt etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang zu singen und ist fast das ganze Jahr über zu hören. Es kommt Menschen oft bis auf einen Meter nahe – so wie großen Tieren, die beim Laufen Insekten aufscheuchen. Zum 50. Jubiläum des Vogels des Jahres durfte 2021 erstmals die Öffentlichkeit wählen, insgesamt machten über 455.000 Menschen mit. Das Rotkehlchen gewann, mit dem Motto „Mehr Gartenvielfalt“.
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2020 Turteltaube
Die Turteltaube war ursprünglich in Auwäldern, an Waldsäumen und auf Lichtungen zu Hause. Seit 1980 ist ihr Bestand um fast 90 Prozent geschrumpft, in Deutschland brüten nur noch 12.500 bis 22.000 Paare. Als erster Vogel des Jahres steht sie auch auf der weltweiten Roten Liste. Ihr fehlen Brachen, Feldränder und Wildkräuter, und allein in der EU werden jedes Jahr mehr als 1,4 Millionen Turteltauben legal geschossen.
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2010er 10 Vögel · 1 als Holzbild
2019 Feldlerche auch 1998
Die Feldlerche singt im Flug, meist in 50 bis 200 Metern Höhe, und ihr Trillern gehört seit jeher zum Klang der Felder. Mit 1,3 bis 2 Millionen Revieren ist sie noch häufig, doch ihre Bestände sinken deutlich: In dichtem Wintergetreide, Raps und Mais bleibt kaum Platz für weitere Bruten. NABU und LBV verbanden ihre Wahl zum Vogel des Jahres 2019 mit der Forderung nach einer grundlegend anderen EU-Agrarpolitik.
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2018 Star
Der Star gilt als Allerweltsvogel: Er brütet in Baumhöhlen und Nistkästen, in Städten auch in Nischen an Dächern und Fassaden, und sucht in Parks, Friedhöfen und Kleingärten nach Futter. Doch allein in Deutschland gingen in zwei Jahrzehnten eine Million Starenpaare verloren, 2015 kam er auf die Rote Liste. NABU und LBV wählten ihn 2018, weil ihm Höhlenbäume fehlen und intensiv genutzte Wiesen und Felder kaum noch Würmer und Insekten bieten.
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2017
Waldkauz
12,00 €
Der Waldkauz brütet in Baumhöhlen und lebt überall, wo es alte Bäume gibt – im Wald, aber auch in Parks und auf Friedhöfen mitten in der Stadt. Sein Ruf ist der Eulenruf aus vielen Filmszenen bei Nacht. NABU und LBV wählten ihn 2017 stellvertretend für alle Eulen: Wo alte Höhlenbäume gefällt werden, fehlt ihm und vielen anderen Höhlenbewohnern der Platz zum Brüten.
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Waldkauz
12,00 €
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2016 Stieglitz
Der Stieglitz, auch Distelfink genannt, trägt eine kräftig rot-schwarze Gesichtsmaske. Er frisst vor allem halbreife und reife Samen von Stauden, Wiesenpflanzen und Bäumen. Zwischen 1990 und 2013 ging sein Bestand in Deutschland um 48 Prozent zurück, am meisten bedroht ihn der Verlust von Brachflächen. NABU und LBV wählten ihn 2016, um auf die verarmte Kulturlandschaft aufmerksam zu machen, und riefen dazu auf, „Bunte Meter“ mit Wildkräutern anzulegen.
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2015 Habicht
Der Habicht ist ein wendiger Greifvogel, der vor allem kleine bis mittelgroße Vögel und Säugetiere jagt. Bei manchen Jägern und Geflügelzüchtern ist er unbeliebt, obwohl alle Greifvögel in Deutschland geschützt sind. In zehn Jahren wurden über 1.130 getötete Greifvögel dokumentiert – erschossen, gefangen oder vergiftet. NABU und LBV schickten den Habicht 2015 als Botschafter gegen die illegale Verfolgung von Greifvögeln ins Jahr.
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2014 Grünspecht
Der Grünspecht sucht sein Futter meist am Boden und zieht Ameisen mit seiner langen Zunge aus der Erde. Er lebt überall, wo es alte Bäume für Bruthöhlen und genug Ameisen gibt – in Obstwiesen, Gärten, Parks und auf Brachen. Anders als die Vögel der Vorjahre ist er nicht bedroht, sein Bestand hat seit 1991 deutlich zugenommen. NABU und LBV wählten ihn 2014 als Stellvertreter für die Streuobstwiese, deren Fläche stark geschrumpft ist.
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2013 Bekassine
Die Bekassine brütet in Mooren, auf Feuchtgrünland und Wiesen. Bei der Balz lässt sie sich aus großer Höhe fallen, und ihre abgespreizten äußeren Schwanzfedern erzeugen ein wummerndes Geräusch; regional wird sie auch „Himmelsziege“ genannt. In Deutschland ist sie vom Aussterben bedroht, es gibt nur noch 5.500 bis 6.700 Brutpaare. NABU und LBV machten sie 2013 zur Botschafterin für den Erhalt von Mooren und Feuchtwiesen.
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2012 Dohle
Die Dohle ist ein kleiner Rabenvogel mit hellblauen Augen und gilt als eine der intelligentesten heimischen Vogelarten. Paare bleiben ein Leben lang zusammen und leben gesellig in Kolonien, ihre Nester bauen sie in Kirchtürmen, Mauerlöchern, Dachstühlen und alten Spechthöhlen. Genau diese Plätze verschwinden durch Sanierungen und vergitterte Türme. NABU und LBV wählten sie 2012, als ihr Bestand in Deutschland auf geschätzt 100.000 Brutpaare gesunken war.
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2011 Gartenrotschwanz
Der Gartenrotschwanz brütet in Höhlen, wie sie vor allem alte Obstbäume bieten, und lebt in lichten Laubwäldern, Parks, Gärten und auf Streuobstwiesen; den Winter verbringt er südlich der Sahara. Obstgürtel weichen Neubaugebieten, Gärten bestehen aus Rasen und fremden Sträuchern. In vielen Dörfern im Westen Deutschlands ist er verschwunden, nur noch 110.000 bis 160.000 Paare brüten hier. Deshalb wurde er Vogel des Jahres 2011.
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2010 Kormoran
Der Kormoran lebt seit der Eiszeit in Mitteleuropa, frisst fast nur Fisch und brütet in Kolonien an Küsten und großen Gewässern. Oft sitzt er mit ausgebreiteten Flügeln da und trocknet sein Gefieder. In Deutschland leben rund 24.000 Brutpaare, doch nach seiner Rückkehr wurde er wieder zu Tausenden geschossen und vertrieben. NABU und LBV wählten ihn 2010, um sich für seinen Schutz einzusetzen – Angler und Fischer protestierten heftig.
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2000er 10 Vögel · 1 als Holzbild
2009 Eisvogel auch 1973
Der Eisvogel lebt an klaren, fischreichen Bächen, Flüssen und Seen und lauert von einer Sitzwarte aus auf kleine Fische. Seine Brutröhre gräbt er mit dem Schnabel in steile Lehm- oder Sandwände. Schon 1973 war er Vogel des Jahres, 2009 stand er erneut für lebendige Flüsse und Auen: Die letzten naturnahen Gewässer sollen erhalten und, wo es sie nicht mehr gibt, renaturiert werden.
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2008 Kuckuck
Der Kuckuck baut kein eigenes Nest: Das Weibchen legt seine Eier einzeln in die Nester kleinerer Singvögel, die das Junge dann großziehen. Den Winter verbringt er in Afrika, meist südlich des Äquators. NABU und LBV wählten ihn 2008, weil er vielerorts verschwindet – sein Lebensraum geht in Deutschland wie im Winterquartier verloren, und Pestizide nehmen dem Insektenfresser die Nahrung.
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2007 Turmfalke
Der Turmfalke steht im Rüttelflug mit schnellen Flügelschlägen punktgenau über Feldern und Straßenböschungen und hält dabei meist nach Wühlmäusen Ausschau. Auch in Städten ist er zu Hause und brütet in Mauernischen alter Bauwerke. Als er 2007 Vogel des Jahres wurde, gingen seine Bestände zusammen mit Nahrung, Nistplätzen und Lebensraum langsam, aber stetig zurück.
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2006 Kleiber
Der Kleiber kann als einziger Vogel kopfüber den Baumstamm hinablaufen und holt mit seinem spitzen Schnabel Insekten aus der Rinde. Den Eingang seiner Bruthöhle mauert er mit Lehm und Speichel so weit zu, dass gerade er selbst noch hindurchpasst. Weil er eng an Wälder mit alten Bäumen gebunden ist, wurde er 2006 Vogel des Jahres – als Fürsprecher für Eichen- und Buchenwälder.
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2005 Uhu
Der Uhu ist mit rund 70 Zentimetern die größte Eule Europas. In Mitteleuropa brütet er vor allem in Felswänden und Steinbrüchen und jagt in abwechslungsreichen Landschaften mit Hecken, Gewässern und Feldern. Hierzulande war er fast ausgerottet. NABU und LBV wählten ihn 2005 als Beispiel für gelungenen Artenschutz: Dank gezielter Hilfsprogramme lebt er heute wieder in ganz Deutschland.
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2004 Zaunkönig
Der Zaunkönig wiegt gerade einmal zehn Gramm und gehört zu den kleinsten Vögeln Europas. Fast wie eine Maus huscht er dicht über dem Boden durchs Gestrüpp, sein Gesang dagegen ist erstaunlich laut. Gefährdet ist er nicht. 2004 stand er für alle Tiere und Pflanzen, die eine intakte, naturnahe Umgebung brauchen – auch naturnahe Gärten, die immer seltener werden.
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2003 Mauersegler
Der Mauersegler verbringt fast sein ganzes Leben in der Luft und ist mit den Schwalben gar nicht verwandt. Statt in Felsen brütet er heute unter Dächern und in Nischen alter Häuser. 2003 machten NABU und LBV mit ihm, wie zuvor mit dem Spatz, auf die ökologischen Probleme von Städten und Dörfern aufmerksam: Sanierte und dicht verschlossene Gebäude lassen ihm kaum noch Platz zum Brüten.
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2002
Haussperling
12,00 €
Der Spatz lebt seit Jahrtausenden in der Nähe von Menschen und brütet in Mauernischen und unter Dachziegeln. Als er 2002 Vogel des Jahres wurde, war sein Bestand gebietsweise stark zurückgegangen. Ein Grund: Sanierte Fassaden und Dächer lassen kaum noch Lücken zum Brüten.
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Haussperling
12,00 €
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2001 Haubentaucher
Der Haubentaucher brütet auf Seen und größeren Teichen mit Schilf am Ufer. Bekannt ist er für seine Balz: Die Partner schütteln die gespreizte Federhaube und richten sich paddelnd fast senkrecht voreinander aus dem Wasser auf. NABU und LBV wählten ihn 2001, um auf den Schutz der Gewässer aufmerksam zu machen – Badegäste, Wassersportler und Angler am Ufer stören seine Brut.
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2000 Rotmilan
Der Rotmilan ist an seinem langen, gegabelten, rostroten Schwanz leicht zu erkennen. Über die Hälfte aller Rotmilane weltweit brütet in Deutschland, das Land trägt deshalb eine besondere Verantwortung für ihn. Darauf wies seine Wahl im Jahr 2000 hin, ebenso auf die Folgen der intensiven Landwirtschaft: Ihm fehlt es zunehmend an Nahrung und an alten Bäumen für sein Nest.
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1990er 10 Vögel · 1 als Holzbild
1999 Goldammer
Die Goldammer lebt in offener Feldlandschaft mit Hecken, Büschen und Feldgehölzen und baut ihr Nest meist gut versteckt am Boden, etwa am Rand einer Hecke. Das gelbe Männchen singt von einer erhöhten Warte aus, oft bis in den Spätsommer. Lange hat sie vom Ackerbau profitiert. 1999 wurde sie Vogel des Jahres, weil die immer intensivere Landwirtschaft sie zunehmend bedroht.
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1998 Feldlerche auch 2019
Die Feldlerche brütet am Boden in offenen Feldern und Wiesen und ist für ihren lang anhaltenden Gesang im Flug bekannt. Seit den 1970er-Jahren ist ihr Bestand vor allem durch die intensivierte Landwirtschaft stark geschrumpft, gebietsweise um 50 bis 90 Prozent. Mit ihrer Wahl 1998 warnte der NABU, dass sie in vielen Gegenden Deutschlands selten werden oder ganz verschwinden könnte.
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1997 Buntspecht
Der Buntspecht ist der häufigste Specht in Deutschland. Er zimmert seine Bruthöhle in Stämme oder starke Äste und frisst Insekten aus dem Holz, aber auch Samen, Nüsse und Baumsäfte. Akut bedroht ist er nicht. 1997 stand er für alle Waldtiere, denen der Rückgang naturnaher Wälder zu schaffen macht – die Botschaft: lebendige Wälder statt eintöniger Forsten.
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1996 Kiebitz auch 2024
Der Kiebitz ist an seiner abstehenden Federholle und dem schwarz-weißen Gefieder leicht zu erkennen. Er brütet in einer Mulde am Boden, am liebsten auf feuchten Wiesen, Weiden und Überschwemmungsflächen. Entwässerung, sinkendes Grundwasser und frühe Mahd haben ihn von vielen Feuchtwiesen vertrieben, auf Äckern brütet er meist mit wenig Erfolg. Auch wegen dieses starken Rückgangs war er 1996 Vogel des Jahres.
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1995 Nachtigall
Die Nachtigall ist schlicht braun gefärbt, ihr Gesang aber ist berühmt: Zwischen 120 und 260 verschiedene Strophentypen beherrscht sie, und sie singt nicht nur nachts. Ihr Nest baut sie versteckt am Boden in lichten Laub- und Auwäldern, Parks und Hecken. 1995 wurde sie Vogel des Jahres, weil ihr immer weniger Brutplätze bleiben: Wo Unterholz und Falllaub verschwinden, fehlt ihr die Deckung.
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1994
Weißstorch
auch 1984
12,00 €
Der Weißstorch sucht sein Futter auf feuchten Wiesen und in Flussauen. Wo Wiesen trockengelegt und zu Äckern wurden, verschwand er. 1984 und 1994 war er Vogel des Jahres, um auf seine Lebensräume aufmerksam zu machen – seit Mitte der 1980er-Jahre nimmt sein Bestand in Deutschland wieder zu.
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Weißstorch
12,00 €
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1993 Flussregenpfeifer
Der Flussregenpfeifer brütete ursprünglich auf Kiesinseln und flachen Ufern unverbauter Flüsse. Seit Flüsse begradigt wurden, weicht er auf Kiesgruben und andere kahle Flächen am Wasser aus. 1993 stand er dafür, wie sehr eine Art vom Handeln des Menschen abhängt: Auch diese Ersatzlebensräume werden oft zur Freizeit genutzt, und Badegäste, Geländewagen und Mountainbikes vertreiben ihn von seinen Brutplätzen.
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1992 Rotkehlchen auch 2021
Das Rotkehlchen gehört zu den häufigsten Singvögeln und ist wenig scheu: Oft kommt es Menschen bis auf einen Meter nahe. Es lebt in unterholzreichen Wäldern, Hecken, Parks und Gärten und baut sein Nest meist am Boden. 1992 wurde es Vogel des Jahres, weil sich an ihm das Waldsterben besonders gut ablesen lässt – es braucht einen Waldboden mit Falllaub und Unterholz.
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1991 Rebhuhn auch 2026
Das Rebhuhn war ursprünglich ein Vogel der Steppen und Heiden und wurde erst durch den Ackerbau zum Bewohner der Feldflur. Sein Nest legt es gut versteckt am Boden an, an Feldrainen, Hecken und Wegrändern. Als der NABU es 1991 zum Vogel des Jahres wählte, stand es bereits bundesweit auf der Roten Liste – wegen schrumpfender Lebensräume, Nahrungsmangel und anhaltender Bejagung.
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1990 Pirol
Das Männchen des Pirols ist leuchtend gelb mit schwarzen Flügeln, trotzdem bekommen ihn nur wenige Menschen zu sehen: Meist hält er sich im Laubdach hoher Bäume auf. Gut zu hören ist dagegen sein flötender Ruf „didlioh“. Er lebt in Auwäldern, Laubwäldern und Parks und überwintert in Afrika. 1990 wurde er Vogel des Jahres, weil die Zerstörung von Flussauen und alten Laubwäldern ihn selten gemacht hat.
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1980er 10 Vögel · 1 als Holzbild
1989 Teichrohrsänger
Der Teichrohrsänger lebt fast nur im dichten Schilf. Statt zu fliegen, klettert er meist geschickt an den Halmen auf und ab, und sein fein gewebtes Nest hängt zwischen mehreren Röhrichtstängeln. Als Vogel des Jahres 1989 stand er für die ganze Lebensgemeinschaft des Röhrichts, die unter trockengelegten Feuchtgebieten, verbauten Ufern und überdüngten Gewässern leidet.
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1988 Wendehals
Der Wendehals gehört zu den Spechten, sieht mit seinem rindenfarbigen Gefieder aber eher wie ein Singvogel aus. Seinen Namen trägt er, weil er den Kopf um mehr als 180 Grad drehen kann. Er zimmert keine eigene Höhle und sucht am Boden nach Ameisen und ihrer Brut. Wo Streuobstwiesen, Trockenrasen und Brachen verschwinden und Wiesen überdüngt werden, fehlen ihm die Ameisen – deshalb steht er auf der Roten Liste.
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1987 Braunkehlchen auch 2023
Das Braunkehlchen kehrt im April aus Afrika zurück und baut sein Nest meist am Boden – in Wiesen, an Gräben und Rainen. Als Sitzwarte braucht es einzelne höhere Pflanzen, Pfähle oder Bäume. Es gehört zu den Arten, die besonders unter der intensiven Nutzung des Grünlands leiden: Wo früh und mehrmals im Jahr gemäht und gespritzt wird, verliert der Vogel des Jahres 1987 Brutplatz und Insektennahrung.
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1986 Saatkrähe
Saatkrähen brüten in Kolonien, die einige hundert Paare umfassen können, und bauen ihre Nester in Baumkronen. Die großen Schwärme auf winterlichen Äckern sind meist Gäste aus Osteuropa – als Brutvogel steht die Art in einigen Bundesländern auf der Roten Liste. Weil sie als Schädling der Saat galt, wurde sie geschossen, vergiftet und ihre Brutbäume gefällt, obwohl sie auch viele Insekten und Mäuse frisst.
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1985 Neuntöter
Der Neuntöter lebt in sonnigen, halboffenen Landschaften mit dichten Hecken und Gebüschen. Seinen Namen verdankt er der Gewohnheit, Insekten, Mäuse oder kleine Vögel als Vorrat auf Dornen zu spießen. Als Vogel des Jahres 1985 wurde er zum Sinnbild der Heckenbrüter: Seine Wahl löste in Deutschland viele Aktionen aus, um Hecken zu schützen und neu zu pflanzen.
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1984
Weißstorch
auch 1994
12,00 €
Der Weißstorch lebt in offenen Landschaften mit feuchten Wiesen und Flussauen, die regelmäßig überschwemmt werden. Kein anderer Großvogel hat sich so eng an den Menschen angeschlossen. Als er 1984 zum ersten Mal Vogel des Jahres wurde, schrumpfte sein Bestand in Deutschland schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts – 1988 brüteten weniger als 3.000 Paare. Entwässerte Wiesen, ausgebaute Bäche und Stromleitungen setzten ihm zu.
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Weißstorch
12,00 €
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Zum Vogelportrait
1983 Uferschwalbe
Die Uferschwalbe ist die kleinste Schwalbe Europas. Sie brütet in Kolonien und gräbt ihre Niströhren in frisch abgebrochene, sandige Steilwände. Solche Uferabbrüche gibt es nach dem Ausbau und der Begradigung der Flüsse kaum noch, deshalb nistet sie heute vor allem in Sand- und Kiesgruben. Die bestehen aber meist nur wenige Jahrzehnte und ersetzen die natürlichen Brutplätze nicht auf Dauer.
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1982 Großer Brachvogel
Der Große Brachvogel ist die größte Brachvogelart und an seinem langen, gebogenen Schnabel leicht zu erkennen. Damit stochert er im weichen Boden nach Würmern und Insekten. Ursprünglich wohl ein Moorbewohner, brütet er heute vor allem auf feuchten Wiesen. Sein Schicksal hängt eng an der Landwirtschaft: Wo Grünland umgebrochen oder zu früh gemäht wird, bleibt ihm keine Zeit für die Brut.
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1981 Schwarzspecht
Der Schwarzspecht zimmert seine Brut- und Schlafhöhlen in alte, dicke Bäume, am liebsten in Buchen von 80 bis 100 Jahren. Von seinen Höhlen profitieren viele andere Tiere – Hohltaube, Dohle und Raufußkauz, aber auch Fledermäuse und Wildbienen. Deshalb stand er 1981 stellvertretend für die Höhlenbrüter des Waldes: Wo Altholz früh geschlagen und Höhlenbäume entfernt werden, fehlt ihnen allen der Platz.
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1980 Birkhuhn
Das Birkhuhn lebt in weiten Heide- und Moorgebieten und im Gebirge an der Baumgrenze. Die blauschwarzen Hähne balzen mit roten „Rosen“ über den Augen, ihr Kullern ist kilometerweit zu hören. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war es recht verbreitet, heute ist es in Deutschland extrem selten. Trockengelegte und abgetorfte Moore, aufgeforstete Heiden und neue Wintersportgebiete haben ihm den Lebensraum genommen.
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1970er 9 Vögel
1979 Rauchschwalbe
Die Rauchschwalbe baut ihr offenes Nest aus Lehm meist innen in Ställen und Scheunen und jagt über Feldern und Wiesen nach fliegenden Insekten. Damit ist sie auf Höfe angewiesen, die ihr ein Fenster offen lassen. Seit den 1970er-Jahren geht ihr Bestand in Deutschland zurück: Kleine Höfe geben auf, Ställe werden verschlossen, und auf asphaltierten Feldwegen fehlen die Lehmpfützen für den Nestbau.
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1978 Kranich
Kraniche brüten in Mooren, Bruchwäldern und auf nassen Wiesen, und im Herbst rasten Zehntausende auf dem Zug in Deutschland. Als der Kranich 1978 Vogel des Jahres wurde, zählte er zu den seltensten Vögeln Westdeutschlands; in den 1970er-Jahren gab es deutschlandweit nur noch etwa 800 Brutpaare. Der Einsatz für seinen Schutz hat dazu beigetragen, dass er sich seitdem deutlich erholt hat.
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1977 Schleiereule
Die Schleiereule mit ihrem herzförmigen, weißen Gesichtsschleier brütet mitten in menschlichen Siedlungen, gern in Kirchtürmen und Scheunen, und jagt Mäuse über offenem Gelände. In den 1970er-Jahren galt sie als stark gefährdet, auch weil Brutplätze bei Abriss und Sanierung alter Gebäude verloren gingen. Ihre Wahl 1977 löste eine Welle von Schutzaktionen aus, und ihr Bestand hat sich seitdem erfreulich erholt.
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1976 Wiedehopf auch 2022
Der Wiedehopf mit der aufstellbaren orangefarbenen Haube und dem langen Schnabel liebt warme, trockene, offene Landschaften mit kurzer Pflanzendecke, auf der er am Boden jagt. Er brütet in Höhlen, etwa in alten Obstbäumen oder in Gemäuer. In Mitteleuropa ist er selten geworden: Intensive Landwirtschaft, Pestizide und gerodete Streuobstbäume nehmen ihm Nahrung und Bruthöhlen.
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1975 Goldregenpfeifer
Der Goldregenpfeifer brütet in Hochmooren, nassen Heiden und auf moorigen Grasflächen mit niedriger Vegetation, sein Verbreitungsgebiet liegt im Norden Eurasiens. In Deutschland haben Entwässerung, Torfabbau und Aufforstung der Moore ihn fast verdrängt. Heute brüten nur noch etwa 20 Paare in einem niedersächsischen Moorgebiet, und sie überleben dort nur dank gezielter Schutzmaßnahmen.
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1974 Mehlschwalbe auch 2027
Die Mehlschwalbe klebt ihr Nest aus Lehm und Ton außen an Gebäude und überwintert in Afrika südlich der Sahara. Schon bei ihrer Wahl 1974 galt sie als schutzbedürftig – fehlendes Baumaterial, weniger Insekten und zerstörte Nester setzen ihr zu. Im Herbst desselben Jahres überraschte ein plötzlicher Wintereinbruch unzählige Schwalben, und Vogelschützer organisierten den Transport von mehr als einer Million Vögeln.
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1973 Eisvogel auch 2009
Der Eisvogel stößt wie ein Pfeil kopfüber ins Wasser, um kleine Fische zu fangen, und gräbt seine Brutröhre in steile, natürliche Ufer. Er gilt als Anzeiger für gesunde Gewässer. Ausbau, Begradigung und Verschmutzung von Bächen und Flüssen setzen ihm zu: Mit jedem befestigten Steilufer verschwindet ein möglicher Brutplatz, und das Angebot an Brutplätzen bestimmt, wie viele Eisvögel es gibt.
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1972 Steinkauz
Der kleine Steinkauz mit den großen gelben Augen lebt in offenen, grünlandreichen Landschaften mit alten Bäumen, besonders auf Streuobstwiesen und Weiden mit Kopfbäumen, und brütet meist in Baumhöhlen. Wald meidet er völlig. Dieses Landschaftsmosaik wird in Mitteleuropa immer seltener: Gerodete Streuobstwiesen und Kopfbäume und intensiver genutzte Wiesen nehmen ihm den Lebensraum.
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1971 Wanderfalke
Der Wanderfalke jagt fast nur fliegende Vögel im freien Luftraum und brütet an Felswänden, in Steinbrüchen oder an hohen Gebäuden. Als der Deutsche Bund für Vogelschutz (DBV), der Vorläufer des NABU, ihn 1971 zum ersten Vogel des Jahres ausrief, war es für die Art fünf vor zwölf: Pestizide wie DDT machten die Eierschalen dünn. DDT-Verbot und Ehrenamtliche, die Horste bewachten, machten ihn zu einer großen Erfolgsgeschichte des Vogelschutzes.
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